Donald Trump sorgt mit seinem angekündigten „Liberation Day“ erneut für Unruhe in der globalen Wirtschaft. Der US-Präsident plant weitreichende Strafzölle auf Importe – und hält die Welt damit in Atem. Offizielle Details will er am Mittwoch im Rosengarten des Weißen Hauses verkünden, doch bereits jetzt ist klar: Die wirtschaftspolitischen Folgen könnten gewaltig sein.
In einer improvisierten Ansprache im Oval Office am Montagabend sprach Trump von einer „Wiedergeburt Amerikas“. Begleitet von Musiker Kid Rock, der mit einer auffälligen Stars-and-Stripes-Jacke auftrat, erklärte Trump, dass die Vereinigten Staaten seit Jahrzehnten von ihren Handelspartnern „ausgenommen“ würden. „Wir helfen allen, aber niemand hilft uns“, so der Präsident. Seine Lösung: eine harte protektionistische Zollpolitik, wie sie die USA zuletzt im 19. Jahrhundert verfolgten.
Konfusion und Drohkulisse
Trump ließ offen, ob er pauschale Zölle auf alle Importe verhängen oder gezielt Länder wie China, Kanada oder Deutschland ins Visier nehmen wird. Seine Aussagen schwankten zwischen Aggression und versöhnlichem Tonfall: Einerseits versprach er, „sehr freundlich“ vorzugehen, andererseits warnte er vor „massiven Konsequenzen“ für Länder, die die USA wirtschaftlich benachteiligen.
Ökonomen warnen bereits vor Preissteigerungen, Nachfragerückgang und einer möglichen Rezession. Denn mit hoher Wahrscheinlichkeit würden betroffene Länder mit Gegenzöllen reagieren – ein klassischer Handelskrieg droht.
Republikaner zunehmend nervös
Auch in den eigenen Reihen wächst die Skepsis. Senatorin Susan Collins (Maine) kritisierte mögliche Zölle auf kanadische Importe scharf, da ihre Heimatwirtschaft eng mit Kanada verflochten sei. „Diese Zölle würden uns enorm schaden“, sagte sie. Der Senator aus Wisconsin, Ron Johnson, erklärte zwar, Trump habe Zölle in der Vergangenheit effektiv eingesetzt, zeigte sich aber „besorgt“ über die aktuelle Eskalation.
Gleichzeitig versucht das Weiße Haus, den Eindruck von Entschlossenheit zu vermitteln. Pressesprecherin Karoline Leavitt lobte das „brillante Team“ aus Beratern, darunter der frühere Trump-Vertraute Peter Navarro, Vizepräsident J.D. Vance und Handelsminister Howard Lutnick. Kritiker verweisen jedoch darauf, dass viele dieser Personen Trumps Entscheidungen kaum noch hinterfragen und ökonomische Grundregeln ignorieren.
Trump bleibt unberechenbar
Die Unsicherheit über Trumps tatsächliche Pläne führt bereits jetzt zu Turbulenzen an den Finanzmärkten. Der Börsenstart 2025 gilt als der schlechteste seit Jahren. Investoren befürchten eine tiefgreifende Störung globaler Lieferketten.
Trump selbst scheint sich an der entstehenden Spannung zu erfreuen. Als ihn Journalisten nach Details fragten, antwortete er lediglich: „Wartet zwei Tage ab.“ Auch eine persönliche Anekdote ließ er einfließen: „Jemand sagte zu mir, ich sei ein freundlicher Mensch. Ich antwortete: Das habe ich noch nie gehört.“
Ob Trumps „Befreiungstag“ zu einer wirtschaftlichen Katastrophe oder lediglich zu einem weiteren PR-Coup wird, bleibt offen. Klar ist nur: Die Weltwirtschaft blickt gebannt nach Washington – und viele Partnerländer bereiten sich bereits auf das Schlimmste vor.
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