Einstellungen für die Zustimmung anpassen

Wir verwenden Cookies, damit Sie effizient navigieren und bestimmte Funktionen ausführen können. Detaillierte Informationen zu allen Cookies finden Sie unten unter jeder Einwilligungskategorie.

Die als „notwendig" kategorisierten Cookies werden in Ihrem Browser gespeichert, da sie für die Aktivierung der grundlegenden Funktionalitäten der Website unerlässlich sind.... 

Immer aktiv

Notwendige Cookies sind für die Grundfunktionen der Website von entscheidender Bedeutung. Ohne sie kann die Website nicht in der vorgesehenen Weise funktionieren.Diese Cookies speichern keine personenbezogenen Daten.

Keine Cookies zum Anzeigen.

Funktionale Cookies unterstützen bei der Ausführung bestimmter Funktionen, z. B. beim Teilen des Inhalts der Website auf Social Media-Plattformen, beim Sammeln von Feedbacks und anderen Funktionen von Drittanbietern.

Keine Cookies zum Anzeigen.

Analyse-Cookies werden verwendet um zu verstehen, wie Besucher mit der Website interagieren. Diese Cookies dienen zu Aussagen über die Anzahl der Besucher, Absprungrate, Herkunft der Besucher usw.

Keine Cookies zum Anzeigen.

Leistungs-Cookies werden verwendet, um die wichtigsten Leistungsindizes der Website zu verstehen und zu analysieren. Dies trägt dazu bei, den Besuchern ein besseres Nutzererlebnis zu bieten.

Keine Cookies zum Anzeigen.

Werbe-Cookies werden verwendet, um Besuchern auf der Grundlage der von ihnen zuvor besuchten Seiten maßgeschneiderte Werbung zu liefern und die Wirksamkeit von Werbekampagne nzu analysieren.

Keine Cookies zum Anzeigen.

Startseite Interviews Betrugsfälle bei der Wohnunssuche Interview mit Verbraucheranwalt Jens Reime
Interviews

Betrugsfälle bei der Wohnunssuche Interview mit Verbraucheranwalt Jens Reime

Tumisu (CC0), Pixabay
Teilen

Interviewer: Herr Reime, immer häufiger hören wir von Betrugsfällen, bei denen Wohnungssuchende durch falsche Wohnungsinserate auf Internet-Portalen um ihr Geld gebracht werden oder sogar persönliche Daten preisgeben. Wie funktioniert diese Betrugsmasche genau?

Jens Reime: Die Masche ist leider sehr perfide und zielt darauf ab, die Notlage von Wohnungssuchenden auszunutzen. Die Betrüger inserieren Wohnungen, die es gar nicht gibt, oft zu sehr attraktiven Konditionen. Sobald Interessenten anbeißen, versuchen sie, entweder Vorabzahlungen für eine Besichtigung oder persönliche Daten zu erlangen. Diese Daten können dann missbraucht werden, um Konten zu eröffnen, Verträge abzuschließen oder teure Käufe auf Raten zu tätigen – alles im Namen der ahnungslosen Opfer.

Interviewer: Welche Folgen können diese Betrugsfälle für die Betroffenen haben?

Jens Reime: Die Folgen können gravierend sein. Zum Beispiel kann es passieren, dass die Betrüger mit den erbeuteten Daten Ratenkäufe tätigen, ohne dass die Opfer davon wissen. Da die Raten nicht bezahlt werden, könnte dies zu negativen Schufa-Einträgen führen, was wiederum die Kreditwürdigkeit des Opfers beeinträchtigt. In einigen Fällen wurden sogar Gehälter von den Betrügern auf andere Konten umgeleitet, was zu ernsthaften finanziellen Engpässen führen kann.

Interviewer: Was passiert, wenn ein Opfer bemerkt, dass es in eine solche Falle getappt ist?

Jens Reime: Wenn ein Opfer feststellt, dass seine Daten missbraucht wurden, liegt die Beweispflicht leider bei ihm. Das bedeutet, dass das Opfer nachweisen muss, dass es die Waren oder Dienstleistungen, die in seinem Namen bestellt wurden, nicht selbst bestellt hat. Dies kann sehr zeitaufwendig und stressig sein, da es oft notwendig ist, viele Informationen von verschiedenen Stellen zusammenzuführen.

Interviewer: Viele Betrüger fordern auch Vorabzahlungen, beispielsweise für Besichtigungen oder Schlüssel. Ist das ein typisches Warnsignal?

Jens Reime: Absolut. Seriöse Vermieter verlangen keine Vorabzahlungen für Besichtigungen. Wenn jemand vor einer Besichtigung Geld verlangt, sollten bei jedem die Alarmglocken läuten. Das ist ein sehr klares Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Ein weiteres Beispiel ist der sogenannte „Schlüsseltresor-Betrug“, bei dem eine Kaution für einen Wohnungsschlüssel verlangt wird, der angeblich in einem Tresor hinterlegt ist. Auch hier handelt es sich um eine reine Betrugsmasche.

Interviewer: Wie können Wohnungssuchende sich vor solchen Betrugsversuchen schützen?

Jens Reime: Zunächst einmal sollten sie immer misstrauisch werden, wenn der Mietpreis deutlich unter dem Durchschnitt für vergleichbare Wohnungen in der gleichen Gegend liegt. Auch ungewöhnlich niedrige Nebenkosten oder auffällige Bilder in der Anzeige sind oft Warnzeichen. Es ist auch ratsam, keine sensiblen Daten wie Einkommensnachweise oder Schufa-Auskunft vor einer persönlichen Besichtigung herauszugeben. Zudem sollte die Identität des Vermieters oder der Immobilienfirma geprüft werden – beispielsweise durch einen Blick ins Handelsregister oder durch das Überprüfen der Postadresse und Telefonnummer.

Interviewer: Was können Betroffene tun, wenn sie auf eine verdächtige Anzeige stoßen?

Jens Reime: Viele Internetportale bieten die Möglichkeit, verdächtige Anzeigen direkt zu melden. Wenn sich der Verdacht bestätigt, werden diese Anzeigen dann schnell offline genommen. Es ist wichtig, dass solche Betrugsfälle gemeldet werden, um andere Wohnungssuchende zu schützen.

Interviewer: Herr Reime, vielen Dank für Ihre wertvollen Tipps und Hinweise!

Jens Reime: Sehr gerne. Bleiben Sie wachsam und misstrauisch, wenn etwas zu gut klingt, um wahr zu sein. Es ist leider oft der Fall.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Interviews

Interview mit Rechtsanwalt Michael Iwanow (Kanzlei Bender Cramer, Dresden) Thema: Bioenergiepark Küste – Wie sicher ist die neue 7%-Anleihe wirklich?

Redaktion: Herr Iwanow, die Bioenergiepark Küste Besitzgesellschaft bietet aktuell eine Anleihe mit...

Interviews

„Datenschutz ist nicht mehr nur Privatsache“

Rechtsanwalt Daniel Blazek über die Entscheidung des BGH zur wettbewerbsrechtlichen Verfolgung von...

Interviews

„Wer Verdacht äußert, muss vorher fair fragen“

Interview mit dem Journalisten Thomas Bremer zur Entscheidung des OLG Frankfurt zur...

Interviews

„Diversitätsdaten werden zu einem zentralen Aufsichtsinstrument“-Interview mit Rechtsanwalt Daniel Blazek zur neuen Allgemeinverfügung der BaFin

Redaktion:Herr Blazek, die BaFin hat eine Allgemeinverfügung zur Abgabe von Diversitätsanzeigen für...