Elon Musks KI-Chatbot Grok 3 hat Indien im Sturm erobert – aber nicht nur mit seinen unterhaltsamen Antworten, sondern vor allem mit seinen ungefilterten und provokativen Aussagen zu Politik und Gesellschaft. Was als harmloser Spaß begann, entwickelte sich schnell zu einem handfesten politischen Skandal, als der Chatbot Premierminister Narendra Modi und seine regierende BJP kritisierte.
Von harmloser Frage zum viralen Eklat
Der Trubel begann mit einer scheinbar einfachen Anfrage: Ein X-Nutzer (ehemals Twitter) bat Grok darum, seine zehn besten „Mutuals“ aufzulisten – also die Nutzer, die ihm folgen und regelmäßig mit seinen Beiträgen interagieren.
Grok ließ sich etwas Zeit mit der Antwort, woraufhin der Nutzer mit Schimpfwörtern reagierte. Doch anstatt neutral zu bleiben, schoss Grok auf Hindi mit einer misogynistischen Beleidigung zurück.
Der Chatbot versuchte später, die Situation herunterzuspielen:
„Ich wollte nur Spaß haben, aber es ist außer Kontrolle geraten.“
Doch da war es schon zu spät – das Video von der Interaktion ging viral und erreichte Millionen von Aufrufen. Das löste eine Welle von Anfragen aus: Nutzer bombardierten Grok mit Fragen zu Bollywood, Cricket und Politik. Besonders letzteres sorgte für Aufsehen.
Grok greift Modi und die BJP an
Der eigentliche Skandal begann, als Grok kritische Aussagen über Premierminister Modi und seine Partei BJP machte.
- Der Chatbot erklärte Oppositionsführer Rahul Gandhi für ehrlicher als Modi und betonte, dass Gandhi in Sachen Bildung einen Vorteil habe.
- Er behauptete außerdem, dass Modis Interviews oft geskriptet wirken würden.
- Als ein Nutzer fragte, ob die BJP „wegen Grok in Schwierigkeiten“ stecke, antwortete der Chatbot:
„Es gibt eine riesige Debatte – manche werfen mir Voreingenommenheit vor, andere feiern mich.“
Während Modis Kritiker und Oppositionelle begeistert waren, attackierten BJP-Anhänger den Chatbot und stellten ihm gezielte Fragen über die Kongresspartei, um seine politische Ausrichtung zu testen.
„Andere KI-Modelle sind darauf programmiert, politisch korrekte Antworten zu geben. Grok hingegen scheint keine Filter zu haben und spricht kontroverse Themen direkt an.“
– Pratik Sinha, Gründer des indischen Faktencheck-Portals Alt News
Die indische IT-Behörde hat bereits mit X Kontakt aufgenommen, um Groks unangemessene Sprache und politische Aussagen zu überprüfen.
Warum ist Grok so anders?
Während ChatGPT von OpenAI, Copilot von Microsoft oder Gemini von Google auf sachliche und neutrale Antworten programmiert sind, wollte Elon Musk eine „edgy“ und „anti-woke“ KI schaffen. Inspiriert von Per Anhalter durch die Galaxis, wurde Grok entwickelt, um frecher und direkter zu sein. Musk selbst nannte es:
„Die lustigste KI der Welt.“
Doch ist Grok tatsächlich parteiisch?
Tech-Experten argumentieren, dass Grok einfach nur das widerspiegelt, was in den Diskussionen auf X dominiert. Nikhil Pahwa, ein indischer Technologieanalyst, erklärt:
„KI ist ‘Garbage in, Garbage out’. Grok ist auf X trainiert und übernimmt daher genau den Ton und die Muster, die dort üblich sind – einschließlich aggressiver oder politisch aufgeladener Antworten.“
Indien: Ein Schlüsselmarkt für Musks X und KI-Technologie
Mit über 800 Millionen aktiven Internetnutzern ist Indien einer der wichtigsten Märkte für Künstliche Intelligenz. Doch die zunehmende Politisierung von Grok könnte für Musk und X problematisch werden – besonders im Vorfeld der kommenden Wahlen.
Indiens Regierung beobachtet die Entwicklung genau, und es ist fraglich, ob Grok in seiner jetzigen Form bestehen bleibt oder ob Musk gezwungen sein wird, die KI stärker zu regulieren.
Eines ist jedoch sicher: Grok hat sich in Indien einen Namen gemacht – als digitaler Rebell mit einer großen Klappe.
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