Die Demokratische Partei steckt in einer Identitätskrise, und die Wähler werden zunehmend ungeduldig. Im Zentrum dieser Krise steht Hakeem Jeffries, der Fraktionsführer der Demokraten im Repräsentantenhaus. Während Ex-Sprecherin Nancy Pelosi ihm den Rat gab, „seine Macht zu nutzen“, wächst der Druck innerhalb der Partei, eine klare Strategie gegen die Politik von Donald Trump zu entwickeln.
Schumer, Jeffries und das Dilemma der Demokraten
In der aktuellen Haushaltsdebatte zeigt sich die Zerrissenheit der Demokraten deutlich: Während Jeffries versucht, Widerstand gegen Trumps Sparmaßnahmen und Sozialkürzungen zu organisieren, hat sich Senatsminderheitsführer Chuck Schumer bereits zurückgezogen und dem Republikaner-Paket zugestimmt – eine Entscheidung, die Jeffries in Erklärungsnot bringt.
Innerhalb der Partei mehren sich die Stimmen, die Jeffries auffordern, stärker in die Offensive zu gehen. Ein erfahrener demokratischer Abgeordneter brachte es auf den Punkt:
„Er muss jetzt führen – oder Schumer tut es. Dies ist sein Moment, also soll er gefälligst antreten.“
Bisher galt Jeffries als jemand, der sich eng an Schumer orientierte. Doch nach der chaotischen Haushaltsverhandlung fordern Parteikollegen eine klare Abgrenzung. Die Demokraten brauchen eine Strategie, die über bloße Empörung hinausgeht.
Die Wähler sind frustriert – und zeigen es
Auch an der Basis rumort es. Bei Townhall-Meetings werden Demokraten von wütenden Wählern bedrängt, sich entschiedener gegen Trump zu stellen. Ein oft gehörter Vorwurf: Die Partei kapituliert vor dem republikanischen Durchmarsch und bietet keine Alternative.
Rep. Jared Huffman bringt es auf den Punkt:
„Wir brauchen eine Strategie, und die kann nicht ‚Aufgeben‘ heißen.“
Doch Jeffries steht vor einem Problem: Die Demokraten haben weder eine einheitliche Botschaft noch eine charismatische Führungsfigur, die den Widerstand anführt. Der Vergleich mit der Pelosi-Ära zeigt: Damals gab es klare Kampagnen, etwa gegen George W. Bushs Irakkrieg oder gegen Trumps Steuerreformen. Heute hingegen dominiert Chaos.
Die nächsten Schritte: Ein Test für Jeffries‘ Führung
Die kommenden Monate werden zeigen, ob Jeffries seine Partei aus dem Tief führen kann. Die Demokraten müssen sich nicht nur auf die nächste Haushaltsdebatte vorbereiten, sondern auch auf Trumps geplante Steuer- und Sozialkürzungen.
Zwei Fragen stehen dabei im Raum:
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Kann Jeffries die Fraktion hinter einer entschlossenen Gegenstrategie vereinen?
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Oder wird er weiter im Schatten von Schumer bleiben und damit die Demokraten führungslos in die Midterms 2026 schicken?
Eines ist sicher: Sollte Jeffries keine klare Linie finden, wird der Druck auf ihn selbst wachsen. Dann könnte die Frage nicht mehr lauten, ob die Demokraten eine Strategie finden – sondern ob sie einen neuen Fraktionsführer brauchen.
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