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Kritische Analyse des Jahresabschlusses der EWIA Impact I UG (haftungsbeschränkt) zum Geschäftsjahr 2022

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Der Jahresabschluss der EWIA Impact I UG (haftungsbeschränkt) wirft aus Anlegersicht zahlreiche kritische Fragen auf. Trotz eines Anstiegs des Umlaufvermögens von 4.992,47 EUR im Jahr 2021 auf 156.073,63 EUR im Jahr 2022 zeigen die finanziellen Kennzahlen und die Struktur der Passiva potenzielle Risiken auf, die für eine Investition genau bewertet werden sollten.


1. Analyse der Bilanz

1.1. Aktiva

  • Das Umlaufvermögen hat sich im Jahr 2022 auf 156.073,63 EUR deutlich erhöht (Vorjahr: 4.992,47 EUR). Dieser Anstieg signalisiert, dass das Unternehmen möglicherweise mehr liquide Mittel oder kurzfristige Vermögenswerte generieren konnte.
  • Kein Anlagevermögen: Die Bilanz weist kein Anlagevermögen aus. Dies könnte darauf hindeuten, dass das Geschäftsmodell der Gesellschaft keine langfristigen Vermögenswerte umfasst, was die Nachhaltigkeit der Geschäftstätigkeit in Frage stellt.

1.2. Passiva

  • Eigenkapital: Das Eigenkapital beträgt lediglich 2.133,14 EUR und macht weniger als 2% der Bilanzsumme aus. Dies ist ein äußerst kritischer Punkt, da das Unternehmen auf einer minimalen Eigenkapitalbasis operiert und somit wenig Puffer für finanzielle Schwierigkeiten hat.
  • Rückstellungen: Die Rückstellungen betragen 4.167,75 EUR (Vorjahr: 900,00 EUR). Der Anstieg deutet auf erwartete, aber noch nicht konkretisierte Verpflichtungen hin, die das Unternehmen möglicherweise belasten könnten.
  • Hohe Verbindlichkeiten:
    • Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf 149.772,74 EUR, was über 95% der Bilanzsumme entspricht. Dies stellt eine erhebliche finanzielle Belastung dar.
    • Davon haben 2.187,43 EUR eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr, während 147.585,31 EUR langfristig sind. Diese langfristigen Verpflichtungen könnten auf Darlehen hinweisen, die das Unternehmen über einen längeren Zeitraum belasten.
    • Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern: Mit 75.269,21 EUR entfällt ein erheblicher Teil der Verbindlichkeiten auf Gesellschafterdarlehen. Dies birgt ein zusätzliches Risiko, da Gesellschafter unter Umständen ihre Forderungen zurückfordern könnten, was die Liquidität des Unternehmens beeinträchtigen würde.

2. Finanzielle Stabilität

2.1. Geringe Eigenkapitalquote

Die Eigenkapitalquote beträgt lediglich 1,37% der Bilanzsumme (2.133,14 EUR von 156.073,63 EUR). Eine so niedrige Eigenkapitalquote deutet auf eine äußerst instabile finanzielle Basis hin. Bei möglichen Verlusten oder finanziellen Schwierigkeiten wäre das Unternehmen kaum in der Lage, diese aus eigener Kraft zu bewältigen.

2.2. Verschuldungsgrad

Das Unternehmen weist einen sehr hohen Verschuldungsgrad auf, da fast die gesamte Bilanzsumme aus Verbindlichkeiten besteht. Dies erhöht das Risiko für Gläubiger und Anleger erheblich, da ein Ausfall der Verpflichtungen schnell zur Insolvenz führen könnte.

2.3. Fehlender Puffer für Verluste

Im Jahr 2021 wies die Gesellschaft einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von 1.024,20 EUR aus. Dies wurde zwar 2022 durch die Eigenkapitaleinlage ausgeglichen, aber die minimale Eigenkapitalbasis lässt keinen Spielraum für zukünftige Verluste.


3. Risiken für Anleger

3.1. Abhängigkeit von Verbindlichkeiten

Die hohe Verschuldung, insbesondere gegenüber Gesellschaftern, stellt ein erhebliches Risiko dar. Falls die Gesellschafter die Rückzahlung ihrer Darlehen fordern oder sich die langfristigen Verbindlichkeiten nicht wie geplant bedienen lassen, könnte das Unternehmen in ernsthafte Liquiditätsprobleme geraten.

3.2. Fehlende Substanz

Das Fehlen von Anlagevermögen deutet darauf hin, dass das Geschäftsmodell stark auf kurzfristigen Vermögenswerten basiert. Dies könnte die Stabilität und Nachhaltigkeit des Unternehmens gefährden, insbesondere wenn kurzfristige Einnahmen ausbleiben oder unerwartete Ausgaben auftreten.

3.3. Geringe Ertragskraft

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist im Bericht nicht enthalten, aber die niedrige Eigenkapitalbasis und die hohe Verschuldung lassen vermuten, dass das Unternehmen Schwierigkeiten hat, signifikante Gewinne zu erwirtschaften.


4. Fazit und Empfehlung für Anleger

Aus Anlegersicht birgt die EWIA Impact I UG (haftungsbeschränkt) erhebliche Risiken. Die Kombination aus minimalem Eigenkapital, hoher Verschuldung und fehlendem Anlagevermögen deutet auf eine instabile finanzielle Lage hin, die das Unternehmen anfällig für wirtschaftliche Schwankungen macht.

Kritische Punkte:

  1. Geringe Eigenkapitalquote: Mit nur 1,37% ist die finanzielle Basis des Unternehmens extrem schwach.
  2. Hohe Verbindlichkeiten: Über 95% der Bilanzsumme besteht aus Verbindlichkeiten, insbesondere langfristigen Darlehen.
  3. Abhängigkeit von Gesellschafterdarlehen: Fast die Hälfte der Verbindlichkeiten entfällt auf Gesellschafter, was ein zusätzliches Risiko darstellt.
  4. Fehlende Substanz: Ohne Anlagevermögen fehlt es an langfristiger Substanz, die das Unternehmen stabilisieren könnte.

Empfehlung:

Von einer Investition in die EWIA Impact I UG (haftungsbeschränkt) ist dringend abzuraten. Das Unternehmen ist stark verschuldet, operiert auf einer minimalen Eigenkapitalbasis und weist strukturelle Schwächen auf. Potenzielle Anleger sollten stattdessen nach Unternehmen suchen, die über eine solide Eigenkapitalbasis, eine diversifizierte Vermögensstruktur und eine nachhaltig positive Ertragslage verfügen.

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