In einer groß angelegten Aktion ist Ermittlern in Deutschland und Italien ein bedeutender Schlag gegen die italienische Mafia gelungen – mit einem Schwerpunkt in Baden-Württemberg. Über 40 Objekte wurden durchsucht, 34 Personen verhaftet, darunter ein deutscher Polizist, der mutmaßlich geheime Informationen an Mitglieder der ‘Ndrangheta weitergegeben haben soll.
Der Beamte aus dem Rems-Murr-Kreis, ein 46-jähriger Polizeihauptmeister, sitzt nun wegen Geheimnisverrats in Untersuchungshaft. Seit 2021 stand er offenbar unter internem Verdacht und wurde bereits frühzeitig versetzt. Dennoch ist der Fall ein schwerer Schlag für das Vertrauen in die Sicherheitsbehörden.
Die Razzien fanden unter anderem in Fellbach, Waiblingen, Stuttgart-Feuerbach und weiteren Orten statt. Ziel war die mächtige Mafia-Organisation ‘Ndrangheta, die in Kalabrien beheimatet ist und als global agierender Drogen- und Waffenhändler bekannt ist. In Italien wurden weitere Verdächtige inhaftiert oder unter Hausarrest gestellt.
Die Liste der Vorwürfe ist lang: versuchter Totschlag, Brandstiftung, Waffendelikte, Drogenhandel, Betrug und Geldwäsche. Auch ein Lebensmittelbetrug mit mediterranen Produkten wurde aufgedeckt – offenbar wurden Gastronomen zur Abnahme unnützer Ware genötigt.
Innenminister Thomas Strobl sprach von einem „gewichtigen Schlag gegen die organisierte Kriminalität“ und lobte die enge Zusammenarbeit mit italienischen Behörden.
Der Fall zeigt: Die Mafia agiert längst nicht mehr nur im Verborgenen, sondern hat ihre Strukturen in Deutschland professionalisiert. Besonders beunruhigend: Laut Schätzungen leben allein in Baden-Württemberg über 170 Mafiosi – mit hoher Dunkelziffer.
Der Kampf gegen die Mafia bleibt eine Mammutaufgabe. Doch dieser Tag markiert einen wichtigen Erfolg.
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