Paris setzt weiter auf eine grüne Verkehrswende: Bei einer Bürgerbefragung stimmte eine klare Mehrheit für die Sperrung von 500 Straßen für den Autoverkehr. Klingt nach einer überwältigenden Entscheidung? Nun ja – nur vier Prozent der 1,4 Millionen Wahlberechtigten haben überhaupt abgestimmt.
Dennoch steht der Plan: 10.000 Parkplätze sollen verschwinden, Autofahrer müssen sich auf neue Umwege einstellen. Welche Straßen genau zur Fußgängerzone werden, soll nun in den 20 Arrondissements individuell entschieden werden – pro Stadtviertel sind rund 25 Sperrungen geplant.
Paris fährt seit Jahren auf Klimakurs
Unter Bürgermeisterin Anne Hidalgo hat sich Paris zu einem internationalen Vorreiter für autofreie Innenstädte entwickelt. Schon jetzt gibt es in der Stadt: 220 autofreie Straßen
Fahrverbote vor Schulen
Durchgangsverkehrsverbote in der Innenstadt
Tempo 30 in fast allen Straßen
Es ist nicht das erste Mal, dass die Pariser bei Verkehrsfragen abstimmen durften: 2023: Verbot von E-Tretroller-Verleihen
2024: Höhere Parkgebühren für schwere Autos
Jedes Mal mit extrem niedriger Wahlbeteiligung.
Kritik: „Das ist keine echte Demokratie“
Während Hidalgo das Votum als Entscheidung gegen Lärm und Umweltverschmutzung feiert, sieht die konservative Opposition das anders.
Ihre Kritik: Hohe Kosten für den Umbau
Mangelnde Bürgerbeteiligung – vier Prozent seien kein echtes Mandat
Einschränkungen für Händler und Rettungsdienste
Sollte die Opposition 2026 die Bürgermeisterwahl gewinnen, könnte der autofreie Traum von Paris wieder ins Wanken geraten. Doch bis dahin gilt: Paris wird grüner – ob die Bewohner wollen oder nicht.
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