Seit dem 24. Januar genießt René Benko nicht mehr den Luxus seiner Villa in Igls, sondern den eher rustikalen Charme einer Wiener Untersuchungshaftanstalt. Das Interior-Design: Gitter trifft auf Beton. Und während sich Benko mit seinen neuen Nachbarn über die besten Tricks im Monopoly unterhält, durchstöbert der Innsbrucker Rechtsanwalt Andreas Grabenweger akribisch das Signa-Imperium – in der Hoffnung, irgendwo ein paar verschwundene Millionen unter einem Aktenberg zu entdecken.
„Follow the Money“ – aber wohin?
Laut Grabenweger ist das gar nicht so einfach: „Es ist einfach viel über Verrechnungskonten passiert.“ Aha. Wer hätte gedacht, dass der Geldfluss im Benko-Universum eher einem Amazonas-Dschungel gleicht als einem glasklaren Gebirgsbach? Ein klassischer Immobilienkauf mit Kaufvertrag und Überweisung? Fehlanzeige! Hier wird über Stiftungen jongliert, bis niemand mehr weiß, was Privat- und was Firmenvermögen ist.
Ein Paradebeispiel: die luxuriöse Villa in Igls. Offiziell besitzt sie eine Gesellschaft – aber wer hat sie tatsächlich eingerichtet? Vielleicht hat ja Benko selbst die Vorhänge aufgehängt?
Die Frau geht, das Geld vielleicht auch
Und als wäre das nicht genug Drama, hat Ehefrau Nathalie Benko auch schon die Scheidung eingereicht. Timing is everything! Doch Pech für sie: Der Masseverwalter möchte auch auf ihr Vermögen zugreifen – schließlich könnte es sich um strategisch platzierte „Geschenke“ von René handeln. Da bleibt nur zu hoffen, dass ihr neuer Wohnsitz nicht ebenfalls auf einem jener ominösen Verrechnungskonten auftaucht.
Die große Schatzsuche
Aber wo steckt die Kohle nun wirklich? Alle Welt fragt sich, wie viel in den Stiftungen Laura, Ingbe und Arual versteckt liegt. Man munkelt von 300 bis 800 Millionen Euro – oder umgerechnet: sehr, sehr vielen rustikalen Haftraum-Upgrades.
Währenddessen platzen rund um die Signa wie Seifenblasen immer neue Insolvenzen auf. Erst gestern kamen zwei Gesellschaften der Laura-Privatstiftung dazu – mit bescheidenen 745 Millionen Euro Schulden. Peanuts, verglichen mit dem Gesamtfiasko.
Fazit:
René Benko hat viele Jahre als Finanzjongleur gearbeitet – doch jetzt bleibt ihm nur noch eine einzige Frage: Wie jongliert man hinter Gittern mit einem Plastikbesteck?
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