Vor einigen Tagen haben wir eine E-Mail eines Mitglieds der IG SGT AG erhalten – dafür herzlichen Dank. Nun ist es uns in der Redaktion wichtig, zu hinterfragen, welche Konsequenzen der Inhalt eines solchen Artikels hat. Das haben wir auch in diesem Fall getan, und ja, möglicherweise hilft dieser Artikel den Anlegern, einen Teil ihres erlittenen Schadens zurückzubekommen.
Gehen wir einmal ins Detail:
Der Artikel stammt vom 22. November 2022 – ein aus unserer Sicht wichtiges Datum.
Großbetrug zur Steuervermeidung: Sieben Festnahmen und Beschlagnahmungen in Höhe von 133 Millionen Euro
Ein komplexes Netzwerk aus Scheinfirmen und internationaler Geldwäsche rund um die Esposito Group Spa in Racale
RACALE – Eine groß angelegte Polizeiaktion der Finanzpolizei von Lecce hat heute Morgen zur Festnahme von sieben Personen (eine in Untersuchungshaft, sechs unter Hausarrest) und einer weiteren berufsbezogenen Sperrmaßnahme geführt. Die Ermittlungen erstreckten sich über mehrere italienische Städte, wobei die Maßnahmen auf Antrag der Staatsanwältin Giovanna Cannarile durch den Ermittlungsrichter Marcello Rizzo in Lecce angeordnet wurden.
Den Verdächtigen, darunter Drahtzieher, Geschäftsführer, Strohmänner und Fachleute, werden unter anderem kriminelle Vereinigung, Ausstellung und Nutzung fiktiver Rechnungen, Geldwäsche, Steuerhinterziehung und betrügerischer Bankrott vorgeworfen.
Von den insgesamt 13 Beschuldigten wurde Emanuele Esposito (40) aus Racale in Untersuchungshaft genommen. Sechs weitere Verdächtige, darunter Stefano Alessandrini (34, mit Wohnsitz in Taviano und Residenz in Bulgarien) und weitere Personen aus Taviano, Molfetta und Corato, befinden sich unter Hausarrest.
Die Esposito Group Spa im Zentrum des Skandals
Die Ermittlungen konzentrieren sich auf die Esposito Group Spa, ein professioneller Händler für Gold, Edelmetalle und Anlagegold mit Sitz in Rom und Betriebsstätten in Racale, Catanzaro, Arezzo und Marcianise. Laut den Ermittlern war das Unternehmen in ein komplexes Netz aus inländischen und ausländischen Scheinfirmen verwickelt, die der Steuerhinterziehung und internationalen Geldwäsche dienten.
Der Ermittlungsrichter hat die präventive Beschlagnahmung von Vermögenswerten im Wert von über 133 Millionen Euro angeordnet – darunter drei gewerbliche Immobilien, ein Geschäftsbereich im Wert von 1,4 Millionen Euro und diverse Finanzwerte.
Internationale Steuer- und Geldwäscheoperation
Die Ermittlungen ergaben, dass zwischen 2016 und 2020 durch ein Netz aus Strohmännern und Briefkastenfirmen hohe Geldsummen ins Ausland transferiert wurden. Dabei wurden fiktive Rechnungen für angebliche Goldkäufe ausgestellt. Das Geld wurde dann über ausländische Banken als Bargeld abgehoben und in Italien sowie in weiteren internationalen Transaktionen erneut eingesetzt, um die Herkunft zu verschleiern.
Schätzungen zufolge wurden innerhalb von drei Jahren rund 120 Millionen Euro in bar im Ausland abgehoben, was auch bei internationalen Behörden Alarm auslöste.
Vermögensverschiebung zur Vermeidung von Strafmaßnahmen
Um der Steuerlast zu entgehen, sollen die Verantwortlichen die Vermögenswerte der Esposito Group durch fingierte Übertragungen in eine andere Gesellschaft verschoben haben. Diese Gesellschaft operierte im selben Sektor und stand offenbar unter derselben Kontrolle.
Zusätzlich wurde der Firmensitz fiktiv nach Bulgarien verlegt, um möglichen zivilrechtlichen und strafrechtlichen Konsequenzen zu entkommen.
Die Polizeiaktion erstreckte sich auf mehrere italienische Provinzen, darunter Rom, Bari, Catanzaro, Arezzo, Barletta und Caserta, wo Durchsuchungen und Beschlagnahmungen durchgeführt wurden.
Unter den Verteidigern der Beschuldigten sind die Anwälte Biagio Palamà, Francesca Conte und Michele Bonsegna.
Zitat Ende
Nun fragen wir uns natürlich: Wie kann es sein, dass Rechtsanwalt Grossmann aus Zürich sowie die Audit Solutions noch am 30. November 2022 den Bestand von Gold bestätigen konnten?
Unsere Recherchen haben ergeben, dass es zu diesem Zeitpunkt nicht möglich war, die Raffinerie zu betreten, da dort noch Ermittlungen liefen. Zudem wurde uns nochmals bestätigt, dass die SGT AG laut den Unterlagen der Raffinerie dort kein Gold eingelagert hatte.
Daraufhin haben wir mit den uns beratenden Rechtsanwälten gesprochen und werden unseren Mitgliedern der IG vorschlagen, eine Klägergemeinschaft zu bilden, um gegen die genannten Personen und Firmen vorzugehen.
Hierfür wird ein Finanzrahmen von 70.000 Euro benötigt, der zur Verfügung stehen muss. Im Erfolgsfall würden diese Mittel selbstverständlich von der unterliegenden Gegenseite vollständig zurückerstattet werden.
Nun gilt es herauszufinden, ob unsere Mitglieder bereit sind, diesen Finanzrahmen zu schaffen.
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