Zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit wird im US-Bundesstaat South Carolina ein zum Tode verurteilter Häftling durch ein Erschießungskommando hingerichtet. Der 41-jährige Mikal Mahdi, der 2004 für den Mord an einem Polizeibeamten verurteilt wurde, hat sich für diese Form der Hinrichtung entschieden. Seine Exekution ist für den 11. April angesetzt.
Mahdi hatte – wie im Bundesstaat gesetzlich vorgesehen – die Wahl zwischen tödlicher Injektion, Elektrischem Stuhl oder dem Erschießungskommando. Er entschied sich, genau wie der im März hingerichtete Brad Sigmon, für die Todesschüsse.
„Wahl zwischen drei Grausamkeiten“
Mahdis Anwalt, David Weiss, kommentierte die Entscheidung seines Mandanten mit scharfen Worten:
„Konfrontiert mit drei barbarischen und unmenschlichen Optionen, hat Mikal Mahdi das geringste Übel gewählt.“
Die Alternative – so der Anwalt – wäre „verbrennen und verstümmeln im elektrischen Stuhl oder ein qualvoller Tod auf der Liege für die Giftspritze“ gewesen.
Brutaler Mord an Polizisten – und persönliche Tragödie
Mahdi hatte im Jahr 2004 den Polizisten James Myers in einem Schuppen in Calhoun County erschossen. Laut den Ermittlern hatte Myers gerade die Geburtstagsfeier seiner Familie verlassen, als Mahdi ihn aus dem Hinterhalt angriff. Der Schuppen, in dem Myers‘ Frau später seine verkohlte Leiche fand, war zuvor Kulisse für ihre Hochzeit gewesen – nur 15 Monate zuvor.
Die Rückkehr des Erschießungskommandos
Bei der Exekution wird Mahdi auf einem Stuhl fixiert, etwa 4,5 Meter von drei freiwilligen Schützen entfernt. Die Waffen sind mit Spezialmunition geladen, die beim Aufprall auf den Brustkorb zersplittert. Ein Ziel wird über dem Herzen des Häftlings angebracht.
Erst am 7. März 2025 war Brad Sigmon durch dieselbe Methode hingerichtet worden – der erste Fall dieser Art in den USA seit 2010 und überhaupt erst der fünfte innerhalb der letzten 50 Jahre. Vor Sigmon wurden ausschließlich in Utah vergleichbare Exekutionen durchgeführt.
Kontroverse um Todesstrafenmethoden in den USA
Die Rückkehr zu archaisch anmutenden Exekutionsformen wie dem Erschießungskommando sorgt in den USA – und international – für kontroverse Diskussionen. Befürworter argumentieren mit der schnellen Wirksamkeit, Kritiker sehen darin ein Rückschritt in die Barbarei. Der US-Bundesstaat South Carolina hatte die umstrittene Methode 2021 offiziell wieder eingeführt, nachdem es immer wieder zu Engpässen bei den Substanzen für tödliche Injektionen kam.
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