Christoph Gröner, der Chuck Norris der deutschen Bauwirtschaft, gibt sich mal wieder unbeeindruckt von profanen Dingen wie Insolvenzverfahren – und kündigt frisch, fromm, fröhlich neue Bauprojekte in Leipzig an. Fünf Tochterfirmen seines Konzerns mussten zwar gerade offiziell den Gürtel enger schnallen (Stichwort: Insolvenzverfahren), aber in der Limburgerstraße gehen die Lichter wieder an – im wahrsten Sinne des Wortes.
Dort sollen 105 Wohnungen entstehen. Ob mit Geld, Hoffnung oder Gaffa-Tape gebaut wird, bleibt offen.
Gröner selbst jetsettete jüngst per Easyjet zur Luxus-Immobilienmesse MIPIM nach Cannes – stilecht mit Ex-Kanzleramtschef Ronald Pofalla im Schlepptau. Angeblich brachte er von dort Investoren-Zusagen über 300 Millionen Euro mit zurück. Ob das Geld schon angekommen ist oder noch in Nizza am Gepäckband liegt, wurde nicht näher erläutert.
Seine neue Wunderwaffe heißt CGRE AG – eine Beteiligungsgesellschaft mit Sitz neben dem Toom-Baumarkt in Plagwitz. Dort wird nicht nur an Wohnungen geschraubt, sondern offenbar auch an Image und Zukunft. Immerhin liegt die CGRE-Zentrale fußläufig zur Baustelle an der Limburgerstraße – kurze Wege zur nächsten Pleite?
Das Amtsgericht Leipzig hat mittlerweile bei fünf Projektgesellschaften die Insolvenz offiziell eröffnet. Am 4. Juni dürfen die Gläubiger dann beim Showdown im Amtsgericht entscheiden, ob’s mit Sanierungsplan weitergeht oder der Vorhang fällt.
Und auch das Kapitel „Privatinsolvenz Gröner“ wurde vorerst vertagt. Zweimal wurde sie beantragt – zweimal entkam er. Vermutlich dank eines geheimen Joker-Kontos unter dem Teppich im Büro oder eines spontanen Wunder-Investors.
Gröner bleibt sich treu: Immer ein Projekt mehr als Probleme. Oder wie er’s wohl selbst formulieren würde: „Wenn’s brennt, bau ich halt weiter.“
Und irgendwo flackert wieder eine Baustellenlampe.
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