US-Präsident Donald Trump will mit massiven Strafzöllen eine neue Ära der amerikanischen Industriepolitik einläuten. Ziel: Produktionsrückverlagerung in die USA, weniger Importe, mehr Jobs. Die Realität sieht jedoch differenzierter aus.
Seit Anfang März hat Trump neue Zölle angekündigt – etwa 25 % auf alle importierten Fahrzeuge sowie Autoersatzteile. Am 2. April sollen zudem „reziproke Zölle“ in Kraft treten: Länder, die US-Produkte hoch besteuern, werden künftig mit identischen Gegenzöllen belegt. Trump begründet dies mit einem Handelsdefizit von 1,2 Billionen Dollar und dem Wunsch, „Amerika wieder reich und groß zu machen“.
Wirtschaftliche Zweifel überwiegen
Zwar kündigten einige Konzerne Investitionen an – etwa Hyundai mit einem Stahlwerk in Louisiana oder Apple mit neuer KI-Produktion in den USA –, doch Experten zweifeln an einer echten Renaissance der US-Industrie. Hohe Löhne, Fachkräftemangel und unsichere Rahmenbedingungen erschweren Produktionsverlagerungen. „Das ist kein realistischer Weg zur Wiederbelebung der Industrie“, warnt Michael Strain vom American Enterprise Institute.
Studien zeigen: Zölle aus Trumps erster Amtszeit schufen nur punktuell neue Jobs, zerstörten aber viele mehr – etwa in stahlverarbeitenden Branchen. Auch jetzt rechnen Ökonomen bei anhaltenden Handelskonflikten mit bis zu 3,5 Millionen Jobverlusten bis 2027.
Industrie zögert mit Umschwung
Firmen wie General Motors oder EVCO betonen, dass langfristige Standortentscheidungen nicht auf kurzfristiger Zollpolitik beruhen können. Besonders KMU wie Fahrradhersteller Prevelo sehen keine finanziellen Mittel für eine Verlagerung. Die Möbelindustrie erklärt Rückverlagerung bei aktuellen Lohn- und Kostenniveaus schlicht für „nicht nachhaltig“.
Fazit: Während Trump auf Zölle als wirtschaftliches Druckmittel setzt, sehen viele Unternehmen und Fachleute in der Realität vor allem hohe Risiken – für Investitionen, Preise und Beschäftigung.
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