Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus setzt Donald Trump alles daran, die USA nach seinen Vorstellungen umzubauen. Sein Feldzug gegen das, was seine Anhänger als „Elite-Establishment“ sehen, betrifft mittlerweile nahezu jeden Bereich des öffentlichen Lebens: Regierung, Justiz, Medien, Bildung, Außenpolitik, öffentliche Gesundheit – und sogar die Kunstszene.
Trump hatte im Wahlkampf keinen Zweifel daran gelassen, dass er seine Macht nutzen würde, um politische Gegner abzustrafen. Doch seine Agenda geht weit über persönliche Rache hinaus: Er will das gesamte politische und kulturelle System der USA umkrempeln.
Von Universitäten bis zu Anwaltskanzleien: Trumps Elite-Abrechnung
Trump nimmt dabei vor allem Institutionen ins Visier, die traditionell als Bastionen der „liberalen Elite“ gelten:
Ivy-League-Universitäten: Das Weiße Haus zwang die Columbia University, Demonstrationen einzuschränken, das Nahost-Studienprogramm zu überarbeiten, Masken bei Protesten zu verbieten und härter gegen Studierende vorzugehen. Andere Hochschulen fürchten nun ähnliche Eingriffe.
Anwaltskanzleien: Trumps Justizministerin Pam Bondi soll Kanzleien bestrafen, die „unbegründete und schikanöse Klagen gegen die US-Regierung“ führen. Eine hochrangige Kanzlei wurde von Strafen verschont – aber nur, weil sie sich bereit erklärte, 40 Millionen Dollar pro bono für Regierungsinitiativen zu arbeiten und ihre DEI-Programme (Diversität, Gleichberechtigung, Inklusion) einzustellen.
Bürokratie: Trump reduziert Ministerien drastisch, darunter das Bildungsministerium, das er als „Werkzeug linker Lehrer-Gewerkschaften“ sieht. Seine Bildungsministerin? Linda McMahon, Ex-Chefin von WWE-Wrestling, die mit Bildung ungefähr so viel Erfahrung hat wie Hulk Hogan mit Quantenphysik.
Trump verändert nicht nur die Politik – sondern die Kultur
Seit Jahren tritt Trump als Gegner von Intellektualismus und Expertenwissen auf – jetzt setzt er seine Vision in die Tat um:
Kulturkrieg im Kennedy Center: Trump hat den Aufsichtsrat des renommierten Kennedy Centers mit Fox-News-Moderatoren besetzt. Sein Ziel: Weniger Hochkultur, mehr Mainstream-Unterhaltung.
Medienkontrolle: Er plant, den Zugang zum Weißen Haus-Pressepool einzuschränken, um regierungskritische Journalisten auszuschließen und stattdessen pro-Trump-Medien bevorzugt zu behandeln.
Öffentliche Gesundheit? Kein Thema mehr. Sein Gesundheitsminister ist Robert F. Kennedy Jr., ein bekannter Impfgegner. Wer braucht schon Wissenschaft, wenn man genug Verschwörungstheorien hat?
Vom Demokratie-Abbau zur außenpolitischen Sprengung
Trumps autoritärer Führungsstil weckt Erinnerungen an starke Männer wie Viktor Orbán in Ungarn – einen seiner erklärten Vorbilder.
Zerschlagung der Nachkriegsordnung: Er lehnt 80 Jahre US-Außenpolitik ab, stellt das Bündnissystem mit demokratischen Staaten infrage und wiederholt russische Propaganda zu Ukraine und NATO.
Absurd? Aber sicher! Trump will nicht nur Grönland „übernehmen“, sondern auch den Panamakanal kontrollieren und Kanada als 51. Bundesstaat annektieren. Selbst in Hollywood-Blockbustern klangen die Eroberungspläne der Bösewichte realistischer.
Richter? Nur, wenn sie Trump-freundlich sind.
Trump geht mittlerweile aktiv gegen das Justizsystem vor, indem er unangenehme Richter als „illegitim“ bezeichnet. Ein Beispiel:
Bundesrichter James Boasberg wollte Massenabschiebungen nach Venezuela stoppen. Die Reaktion? Justizministerin Bondi griff ihn in einem Fox-News-Interview frontal an und erklärte, er sei „außer Kontrolle“ – obwohl er ursprünglich von George W. Bush ernannt wurde.
Regel Nr. 1 in Trumps Justiz: Nur Trump-Richter dürfen urteilen. Der Präsident lässt sogar prüfen, ob er Sicherheitsfreigaben für Kanzleien entziehen kann, die gegen ihn prozessieren.
Fazit: Trumps Amerika – eine Revolution oder der Abbau der Demokratie?
Trump regiert mit einer Mischung aus Vergeltung, Kulturkrieg und Radikalreformen. Seine Wähler sehen ihn als Retter gegen eine linke Elite, während Kritiker dunkle Parallelen zu autoritären Regimen ziehen.
Doch eines ist sicher: Trump will Amerika für immer verändern – ob es das will oder nicht.
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