Der demokratische US-Senator Jon Ossoff steht 2026 vor einer der härtesten Wiederwahlkämpfe des Landes. Der junge Politiker vertritt Georgia – einen Bundesstaat, den Donald Trump 2024 erneut für die Republikaner gewinnen konnte – und muss sich nun in einem politischen Klima behaupten, das für Demokraten alles andere als günstig ist. Doch Ossoff verfolgt eine ungewöhnliche Strategie: Statt sich wie andere gefährdete Demokraten zur politischen Mitte hin zu bewegen, stellt er sich frontal gegen Trump – und setzt alles auf Mobilisierung.
„Ich habe noch nie so viel Energie im Widerstand gesehen – von überzeugten Demokraten bis hin zu moderaten Republikanern“, sagte Ossoff im Gespräch mit CNN. „Ich glaube, das steuert auf einen Erdrutschsieg 2026 zu.“
Obwohl Ossoff damit eine mutige Wette eingeht, sieht er in Trumps autoritärem Regierungsstil eine Chance zur Mobilisierung der demokratischen Basis. „Trump vergiftet die Demokratie“, sagte Ossoff. Besonders kritisierte er Verteidigungsminister Pete Hegseth wegen eines Leaks geheimer Militärpläne in einer Signal-Chatgruppe – ein Vorfall, der zu politischen Spannungen führte.
Republikanische Angriffe vorprogrammiert
Die Republikaner haben Ossoff bereits als Ziel ausgemacht. Der Nationale Republikanische Senatsausschuss warf ihm vor, nicht mit Trump zusammenzuarbeiten, um „Georgias Familien zu schützen“ – eine Anspielung auf ein Verbrechen durch einen illegalen Einwanderer. Ossoff kontert, er habe selbst für das republikanisch initiierte „Laken Riley Act“ gestimmt, das härtere Regeln für kriminelle Migranten vorsieht – gleichzeitig aber Trumps Einwanderungspolitik als „drakonisch“ verurteilt.
Wer tritt gegen ihn an?
Noch ist unklar, wer Ossoff herausfordert. Gouverneur Brian Kemp, ein gemäßigter Republikaner, wird von seiner Partei umworben. Auch Marjorie Taylor Greene, die umstrittene Trump-Vertraute, könnte antreten – Ossoff zweifelt aber an ihrem Mut. „Sie wäre eine Katastrophe im Senat.“
Kampfansage an Trump
In einem mitreißenden Auftritt in Atlanta bezeichnete Ossoff Trumps Politik als „beispiellosen Machtmissbrauch“ und warnte vor dem „Versuch, die Demokratie mit Angst zu vergiften“. Auf die Frage, warum er diesen Weg in einem konservativen Bundesstaat wähle, sagte er:
„Weil es wahr ist. Und weil es dringend ist.“
Ob diese Strategie aufgeht, wird sich 2026 zeigen. Klar ist: Ossoff setzt alles auf eine Karte – und die heißt Widerstand gegen Trump.
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